Der Bayerische Landtag beschließt Novelle des Wassergesetzes

Der Bayerische Landtag beschließt Novelle des Wassergesetzes

Der Baye­ri­sche Land­tag hat am 10.12.2025 die Novel­le des Baye­ri­schen Was­ser­ge­set­zes ver­ab­schie­det. Dazu beton­te Bay­erns Umwelt­mi­nis­ter Thors­ten Glau­ber: “Anfang 2026 tritt das moderns­te Was­ser­ge­setz in Deutsch­land in Kraft. Die weit­rei­chends­te Novel­le des Baye­ri­schen Was­ser­ge­set­zes der letz­ten 15 Jah­re setzt neue Maß­stä­be. Das jetzt geschnür­te Was­ser­pa­ket stärkt die öffent­li­che Trink­was­ser­ver­sor­gung, ver­bes­sert den Hoch­was­ser­schutz und ver­ein­facht und digi­ta­li­siert die Ver­wal­tungs­ver­fah­ren. Der Was­ser­cent ist ein Mei­len­stein für die Was­ser­wirt­schaft in Bay­ern. Der Was­ser­cent gibt unse­rem wich­tigs­ten Lebens­mit­tel einen Wert. Das soll zu einem mög­lichst scho­nen­den Umgang bei­tra­gen. Der Was­ser­cent wird unbü­ro­kra­tisch sein. Die Ein­nah­men wer­den zweck­ge­bun­den für Maß­nah­men zum Was­ser­schutz und für eine nach­hal­ti­ge Was­ser­be­wirt­schaf­tung ver­wen­det. Wir machen mit dem Gesetz das Was­ser­ma­nage­ment in Bay­ern fit für die Zukunft. Durch den vor­an­schrei­ten­den Kli­ma­wan­del steht unser Grund­was­ser unter Stress. Auf die­se Her­aus­for­de­rung müs­sen wir reagieren.”

Das Was­ser­ent­nah­me­ent­gelt beträgt ein­heit­lich 10 Cent pro ent­nom­me­nem Kubik­me­ter Grund­was­ser. Das ent­spricht rund fünf Euro pro Kopf und Jahr. Die Ein­nah­men wer­den ins­ge­samt auf rund 70 Mil­lio­nen Euro pro Jahr geschätzt. Alle Was­ser­ent­neh­mer zah­len auf­grund des gesetz­lich vor­ge­se­he­nen Frei­be­trags erst ab der Men­ge, die 5.000 Kubik­me­ter über­steigt. Bestimm­te Was­ser­ent­nah­men sol­len von der Abga­ben­pflicht aus­ge­nom­men wer­den. Der ers­te Erhe­bungs­zeit­raum erstreckt sich vom 1. Juli bis 31. Dezem­ber 2026. Der Was­ser­cent wird grund­sätz­lich auf Basis der geneh­mig­ten Was­ser­men­ge im Ent­nah­me­be­scheid berech­net. Es gibt also einen genau fest­ge­leg­ten Men­gen­wert für die Berech­nung. Abwei­chend davon kann ein Ent­neh­mer die tat­säch­lich ent­nom­me­ne Jah­res­men­ge mit ent­spre­chen­den Nach­wei­sen der zustän­di­gen Behör­de mitteilen.

Auch die öffent­li­che Trink­was­ser­ver­sor­gung in Bay­ern wird durch das Gesetz wei­ter gestärkt. Dazu wird fest­ge­legt, dass die Was­ser­ent­nah­men zum Zweck der öffent­li­chen Trink­was­ser­ver­sor­gung Vor­rang vor ande­ren Nut­zun­gen haben. “Der abso­lu­te Vor­rang wird gesetz­lich fest­ge­schrie­ben. Die Ände­rung ist ein kla­res Bekennt­nis zur kom­mu­na­len Daseins­vor­sor­ge. Der Begriff der öffent­li­chen Trink­was­ser­ver­sor­gung wird nicht für kom­mer­zi­el­le Inter­es­sen geöff­net”, so Glau­ber. Eine sol­che Rege­lung war im bis­he­ri­gen Gesetz nicht ent­hal­ten. Glau­ber: “Wir wol­len kei­nen Aus­ver­kauf und kei­ne Pri­va­ti­sie­rung des baye­ri­schen Grund­was­sers.” Dane­ben gibt es zukünf­tig für die Über­tra­gung einer was­ser­recht­li­chen Ent­nah­me­be­rech­ti­gung eine Anzei­ge­pflicht. Damit wird sicher­ge­stellt, dass die zustän­di­ge Behör­de Kennt­nis von einem bevor­ste­hen­den Rechts­über­gang hat. So kann sie gege­be­nen­falls Maß­nah­men wie bei­spiels­wei­se eine Anpas­sung oder einen Wider­ruf der Gestat­tung ergreifen.

Im Bereich des Hoch­was­ser­schut­zes gibt es eben­falls weit­rei­chen­de Ver­än­de­run­gen. Glau­ber: “Hoch­was­ser­schutz ist geleb­ter Kata­stro­phen­schutz. Die Ein­ord­nung von Hoch­was­ser­schutz­maß­nah­men als über­ra­gen­des öffent­li­ches Inter­es­se sorgt dafür, dass der Schutz vor Hoch­was­ser bei Pla­nun­gen und Ent­schei­dun­gen zukünf­tig Vor­rang hat. Ziel ist ein hoch­was­ser­fes­tes Bay­ern.” Außer­dem wer­den die Kom­mu­nen finan­zi­ell deut­lich ent­las­tet, indem das bis­he­ri­ge Sys­tem der Betei­lig­ten­leis­tun­gen im Hoch­was­ser­schutz geän­dert wird. Zukünf­tig sol­len sich Kom­mu­nen grund­sätz­lich nur noch in Höhe von 20 Pro­zent der Planungs‑, Bau- und Grund­er­werbs­kos­ten betei­li­gen – bis­her konn­te die Betei­li­gung auf ver­trag­li­cher Basis bei bis zu 50 Pro­zent lie­gen. Im Ver­gleich zur bestehen­den Pra­xis wer­den die Kom­mu­nen damit um knapp 19 Mil­lio­nen Euro pro Jahr entlastet.

Um den Ver­wal­tungs­voll­zug zu erleich­tern wird ins­be­son­de­re ein bay­ern­wei­tes digi­ta­les Was­ser­buch ein­ge­führt. Das neue Baye­ri­sche Was­ser­ge­setz tritt zum 1. Janu­ar 2026 in Kraft. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen sind im Inter­net ver­füg­bar unter https://​www​.stmuv​.bay​ern​.de/​t​h​e​m​e​n​/​w​a​s​s​e​r​w​i​r​t​s​c​h​a​f​t​/​n​o​v​e​l​l​e​_​b​a​y​wg/